English Español françois Italiano

Vom 20. bis 22. Juli wird der G8-Gipfel in Genua stattfinden. Die Staats-und Regierungschefs der acht reichsten Industrienationen der Welt werden sich in der ligurischen Hauptstadt treffen, um ihre Entscheidungen über die Köpfe der Menschen hinweg zu fällen, die nach ihren Plänen das Diktat der Mächtigen, Gewinn und Kapitalakkumulation als Lebensinhalt, unterwürfig, ja freudig akzeptieren sollen.

Hinter der verfälschten Propaganda, nach der das Zeitalter der Ideologien vorbei sei und es keine Alternative zu dem aktuellen Sozialsystem gäbe, steckt tatsächlich eine der totalitärsten ideologischen Perioden: der Kapitalismus, mittlerweile fast überall auf der Welt verbreitet, erscheint als die beste und einzig mögliche Gesellschaftsform. Eine Welt, die ganze Kontinente aushungert, in der die Kriege „menschenfreundlich" werden, wo hunderte Millionen Menschen auch in den sogenannten industrialisierten Ländern in prekären Situationen leben, wo MigrantInnen, die keine andere Schuld haben außer MigrantInnen selbst zu sein, in Lager eingeliefert werden, wo man die Umwelt verwüstet und das was man isst vergiftet.

An diesem Punkt sind institutionelle Instanzen endgültig abgemeldet. Die Massenbewegungen und die Kämpfe von Millionen Frauen und Männern, die täglich den Tyrannen auf der Welt widersprechen, beweisen, dass eine andere Welt möglich ist. Wir können das auch in Genua zeigen, ausgehend von den folgenden Punkten, die unsere Hauptanliegen sind:

Aus diesen Gründen glauben wir zu wissen, dass es möglich und notwendig ist, eine große Mobilisierung national und international voranzutreiben, ausgehend von der Vernetzung sämtlicher selbstorganisierter Gruppen, die eine antikapitalistische Haltung als Grundlage betrachten, mit all ihren Formen des Widerstandes. Für die Schaffung einer radikalen Alternative von unten, als Gegensatz zu den bestehenden Verhältnissen, gegen die Illusion eines als natürlich gegebenen Wechselspiels zwischen „links" und „rechts", die dennoch dasselbe System erhalten.

Es liegt an uns, dass die Mobilisierung gegen den G8-Gipfel eine Fortführung der Proteste von Seattle, Prag, Nizza und Quebec City wird, jene Städte, in denen die sonst unbehelligt gebliebenen Treffen der Machthaber von verwirrenden Geistern heimgesucht wurden. Insbesondere in Italien bedeutete die Mobilisierung gegen das dritte Global Forum in Neapel einen großen Fortschritt für die antikapitalistischen Bewegungen. Das Zusammenspiel einer guten Vorbereitung und einer besonderen sozialen Konfliktsituation brachte über 40 000 Menschen auf die Straße. Neapel war auch hinsichtlich der Tatsache ein Erfolg, dass es gelang, einer großen Masse die Inhalte und die Entschlossenheit unseres Kampfes näherzubringen.

Von Palermo bis Neapel werden selbstorganisierte Erwerbslosenorganisationen gemeinsam mit anderen europäischen Arbeitslosenbewegungen nach Genua kommen und das Recht auf ein garantiertes Grundeinkommen fordern. Nach den Ereignissen in Neapel im März und angesichts des G8-Gipfels ist es nötig, eine kontinuierliche Diskussion voranzutreiben und die verschieden Bewegungen verstärkt zu koordinieren. Es wird außerdem wichtig sein, in den nächsten Monaten auch an den anderen Schauplätzen (Göteburg, Barcelona, Salzburg) der großen Meetings präsent zu sein, um so der kapitalistischen Globalisierung internationalen Widerstand entgegenzusetzen.

Anknüpfend an Porto Allegre ist es wichtig, die koreanischen ArbeiterInnen im Kampf gegen Daewoo, die Sem Terra in Brasilien, die PalästinenserInnen, KurdInnen und BaskInnen, die KämpferInnen in Kolumbien und Chiapas zu unterstützen.

Deshalb rufen wir alle Kollektive und Gruppen, von Antifa-Gruppen über MigratInnen-Organisationen bis zu Frauenkollektiven, auf, sich gegen den G8 und den Kapitalismus zu organisieren und den Termin im Juli „vorzumerken".

Zur Vorbereitung dieses Treffens schlagen wir vor, regionale Gruppen zu bilden, die sich den selben Namen geben wie das nationale Netzwerk,

Network per i diritti globali, J21 (21.Juli)
Subscribe Subscriptions
top